Kraftvolle Nordsee – Teil 1

Meine Liebe – das Meer. Ich kann diese Faszination nur schwer in Worte fassen, es ist eine Ruhe, die mich umgibt. Sei es die Weite, die Unendlichkeit, die Tiefe. Ich weiß es nicht. Man könnte eigentlich davor Angst haben, vor der geballten Kraft, die in ihr steckt, vor der Ungewissheit, was in ihren Tiefen lauert, vor der Unberechenbarkeit.
Der Grund für den spontanen Trip an die Nordsee war der Umstand, dass ich das Meer noch nie im Winter gesehen habe. Ein Häckchen auf meiner Liste erfüllt, und so viel reicher um schöne Erinnerungen und nie endender Faszination. Hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Leben selbst.

Das Meer.
Trotz des bewölkten Himmels strahlt es voller Kraft, wuchtig fallen die Wellen ans Ufer, streicheln den Sand, ziehen sich nach der Berührung zurück. Die nächste kraftvolle Welle kommt hinterher, verschlingt ihren Freund, baut ihn auf und zieht sich zurück. Ein nie endendes Spiel.

Norderney
Diese Insel. Leider hab ich nur einen Tag auf ihr verbringen können. Und dennoch hat sie mich in ihren Bann gezogen. So viel Vielfalt, soviel Schönes. Schöne, verwinkelte Gassen, Tiere, Rehe, die mitten in der Stadt durch die Bäume flitzen, liebe Menschen in kleinen Lädchen. Wundervolle Natur, traumhafte Dünen, kleine Wäldchen und endlose, überschwemmte Wiesen mit süßen Hütten. Dazwischen ragen Hügel als Aussichtspunkt heraus, um über die Schönheit der Insel blicken zu können. Das alles durfte ich sehen und spüren, (dem starken Wind sei Dank). Meiner gloreichen Idee, 12 Kilometer durch die halbe Insel zu laufen, nur um den Leuchtturm von Norderney zu sehen, der eh geschlossen hatte, sei Dank.
Ich bin verliebt.
Man darf auch die Schattenseiten nicht auslassen. Denn dabei sollte man bloss nicht die Möwe vergessen, die mein Fischbrötchen klaute. Wenn man schon nur so kurze Zeit an der Küste verbringt, sollte man alles dabei haben. Auch Möwen und Fischbrötchen.









Fernweh

„Der kalte, salzige Wind, der dir morgens um die Ohren weht, die Frisur zerstört, die seit einigen Tagen eh nicht mehr existiert. Der Geruch von Fisch und Sand, der ganz sanft und ein bisschen störend, aber nur ein bisschen, durch die Luft schwebt.
Nervige Kindermusik am Morgen, mit der du am liebsten jemanden Töten möchtest, denn du bist ein Morgenmuffel, findest sie aber trotzdem lustig und willst es nicht zu geben.
Der weiche Duft von AufbackBRÖTCHEN, nicht Semmel, Semmel ist böse, das hörst du jeden Tag und sagst es trotzdem, aus Trotz und weil es schön ist korrigiert zu werden, aber das zeigst du natürlich nicht.
Die Schiffe, die vorbei ziehen, du dich fragst wo sie hin fahren und wann sie wieder kommen, auch wenn du den Fahrplan kennst, aber es kan nja so viel passieren auf ihrer Reise in die große Weite.
Und warum du eigentlich nicht mitfährst. Und hier sitzt. Und sie betrachtest, dich fragst.
Und du dich dann erinnerst, denn du darfst dann auch Boot fahren, auf den wackeligen Steg, in das wackelige Boot, dir den Wind ins Gesicht peitschen lassen, das deine Augen tränen, salzige Luft atmen, kleine süße Wasserspritzer abbekommen, über jede Welle hüpfen, als wäre man schwerlos.
Weit blicken, so weit, dass man meint, die Unendlichkeit existiert, weil es einfach nur blau ist, tausende, wunderschöne Arten von blau, aber trotzdem scheint es wie ein einziges, unendliches Blau
Und dann, genau dann, realisiert man es erst, was man im Grunde schon immer wusste, es aber versteckt hat, tief in einem drin, für genau solche Momente.“

Stefanie Kisbauer

Unglaubliches Fernweh hat mich gepackt, bevor ich diesen Text schrieb. War es der hereinbrechende Frühling, ich weiß es nicht, ich sehnte mich wirklich tagelang nach dem Meer, nach ein bisschen mehr Freiheit und weniger eingeengt sein. Und fing endlich wieder an eigene Texte zu schreiben…

Sonnenhund

Nordseeimpressionen – Sonnenuntergang

Als Abschluss unseres Schuljahres machte weder unsere Klasse noch unser Jahrgang eine gemeinsame Abifahrt. Dennoch wollte ich weg, ebenso meine Freundin, die mich zwei Jahre durch die Schule begleitet hat. Also beschlossen wir, wohin zu fahren. Mit Meer und nicht alzu teuer, als Künstler hat man schließlich kein Geld :P
Wir entschieden uns für die Nordsee. Unsere kleine Ferienwohnung war nur 100 Meter vom Strand und Meer entfernt – ein Traum! Und das allertollste waren abends, wenn es tagsüber schön war, die wunderschönen Sonnenuntergänge über dem Meer. Die Atmosphäre war unglaublich, total melancholisch und entspannend. Meistens saß ich von neun Uhr bis elf Uhr, als die Sonne ganz im Wasser verschwand auf den Dünen oder im Sand und wartete. Man konnte die Gedanken kreisen lassen oder einfach mal an nichts denken…

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Hundestrand und normaler Strand getrennt. Am Hundstrand war es jedoch lustiger mit den vielen verrückten Hunden

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Such das Hundchen!

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Menschen

notes

Mein kleines Notizbüchlein